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D.Administrator 25.09.2002



Anscharplatz aus meiner Sicht :

... meinen ersten raum habe ich damals gemietet, ohne ihn mir überhaupt anzusehen. das hatte mehrere gründe, zum beispiel auch, überhaupt etwas zum wohnen zu haben ... das muss fairerweise festgestellt werden!

ich kam in eine kleine halle von 35 qm - (immerhin 4m hoch!) - eine wand hatte ein riesiges fenster zum garten - dahinter stand ein armseeliger bürokomplex - aber das würde sich ändern, hatte man mir gesagt ...

nach einem halben jahr rückte das abrisskommando an ... die benachbarten billigbauten aus den 70ern leisteten kaum widerstand - bald war der blick frei - neben dem ohrenbetäubenden lärm lernte ich meinen ersten feind im hause kennnen - staub ! - ich hatte mir gerade ein sündhaft teures computergerät gekauft - das problem kam also wie auf bestellung ...

an lärm gewöhnt sich der mensch mittels der illusion, es handele sich um eine vorübergehende erscheinung. ich war schlimmer: ich war wild entschlossen alles auszuhalten, was immer da kam!

als der gebäudekomplex verschwunden war, begann der bauträger ein riesiges loch auszuheben (über die DIFA wird noch zu reden sein) - eines tages gesellte sich zu den grundwasserproblemen der baustelle auch noch der hamburger regen ... bald waren wir schon am träumen, wo park, schwimmbad und ähnliches hinkommen sollte ... (wir ahnten noch nichts, wir wollten wohl auch von nichts wissen!)
es kam wie es kommen musste: eines tages begann man wirklich zu bauen. (sosehr ich mir vorgenommen hatte, alles fotografisch festzuhalten ... die verdrängung obsiegte natürlich ...

als besonderes highlight bleibt festzuhalten, das der vorstand der "deutschen immobilien fond aktiengesellschaft - eben DIFA, also unser "Vermieter" - persönlich sein mitleid mit uns dahingehend ausdrückte, das wir tatsächlich alle einen gutschein zum italiener um-die-ecke im werte von DM 25,- pro person per post ins haus ... niemand hat es sich dort schmecken lassen (nix gegen den italiener ... ) geschmacklos bleibt ebensolches - wie überhaupt die tatsache, dass wir gallisches dorf eher als eine art wermuthstropfen für diese geldmaschine rangieren - ein geradezu unbeschreiblicher Vorgang ... )
... für in solche problematiken eingeweihte sei noch erwähnt, dass die bestandsgarantie unseres 20 leute-wohnmodells mit einer schweigeklausel hinsichtlich undurchsichtigen praktiken in sachen baugenehmigung ... .. ach, was erzähl´ ich da ... der hohe herr mirow hat es uns damals als gnade verkauft .. und wir als collektives etwas kauen imernoch daran!)
mein freund matze, über den ich überhaupt in diese haus kam, ist übrigens viel tapferer gewesen als ich, aber davon ein anderes mal ... der war nämlich während der baustellenzeit ein 1/2 jahr segeln - eben eine stilfrage ...

heute weiss ich, wo ich wohne !
mittlerweile habe ich einen 2ten raum zur ostseite, (ineinander übergehend - hier habe ich eine art "büro" und träume meinen kleinen freelancer-traum mit zuhause arbeiten und so ... - immerhin eine businessmässig edle adresse für einen informations-architekten - so nenne ich mich mittlerweile und ich spucke auf den gänsemarkt ! - gelegentlich noch sushi kauend ...
... ach so: im anscharplatz wohnen heisst sich küche, bad und klo zu teilen ( zu dritt, viert odere so) ... eine kulturelle erscheinung, die heutzutage von zweifelhaftem wert zu sein scheint und besponders die gereifte frauenwelt abzuschreckt ...
.. meine nachbarn sind zwar speziell, jedoch keine unmenschen! - man begegnet ihnen eben ...
... wie auch immer, ich lebe in einem merkwürdigen palast von ausnehmender grösse (70qm + küche und diverser nasszellen ...) - und fühle mich auf eine nur leicht behinderte weise enorm privilegiert!
... im schanzen1/4 - falls überhaupt zu kriegen - müsste ich für das gleiche monatl. 2.000,- berappen - hier ist´s die hälfte ... (hamburg hat ja sein wohnthema .. und deshalb sage ich das!) doch plötzlich ändert sich etwas: es ist das neue gebäude zur westseite !
.. als ort für creative firmen ausgewiesen (riesiges plakat an der frontseite caffamachedrreihe !) - beginne ich die macht dieser modernen architektur zu spüren! nach meinem sprachgebrauch handelt es sich eher um ein gefängnis mit dem standard des jahres 2030! - aber das ist nicht das entscheidende und architektur ist für immobilien-geldmaschinen auch sicherlich kein thema - es ist etwas anderes !
... die unversehrtheit (architekten aufgepasst!) dieses gebäudes übt einen speziellen druck aus ! - unser altes haus beginnt nämlich zurückzuweichen ... - (man muss nicht halozinogen beeinflusst sein, um das zu spüren - es äussert sich in vielerlei details, die ich hier gern aufführe, aber die entscheidende Botschaft besteht darin, dass hier kein haus gebaut wurde, sondern eíne maschine! (wahrscheinlich nichts besonderes heutzutage, wenn nennenswert geld investiert wird) - dennoch beginnt für uns der terror ...
wer noch lust hat zu folgen, beschäftige sich mit der einer liste merkwürdiger dinge, die zu erzählen ich demnächst hoffentlich etwas zeit habe ...:


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